Gegen die Wand
ab 9. Klasse

Gegen die Wand

Im Wartezimmer einer psychiatrischen Klinik in Hamburg treffen Cahit und Sibel aufeinander — beide wollten sie sich das Leben nehmen. Auf die Frage Sibels, ob Cahit Türke sei, folgt die Bitte, sie zum Schein zu heiraten. Sie will so ihrem konservativ-traditionellen Elternhaus entfliehen, um ein selbstbestimmtes Leben führen zu können, vor allem in sexueller Hinsicht. Der desillusionierte 40-Jährige willigt schließlich ein. Die zwei Außenseiter*innen verbindet ihr exzessives Dasein zwischen Selbstzerstörung und Lebenshunger, Zerrissenheit und Selbstfindung, die für sie nicht kulturell, sondern existentiell ist. Aus der Scheinehe, die Sibel anfangs um jeden Preis aufrechterhalten will, um ihre schwer erkämpfte Freiheit nicht aufzugeben zu müssen, wird zaghafte Zuneigung und Annäherung — und schließlich Liebe. Aber es scheint zu spät, um sie wirklich leben zu können: Wenn Cahit, der im Affekt einen Liebhaber von Sibel erschlagen hat, nach Jahren im Gefängnis seine große Liebe in Istanbul aufspürt, brennt das Gefühl noch immer in ihnen, doch Sibel entscheidet sich für ihr neues, ruhigeres Leben mit Partner und Kind. Fatih Akin gewann 2004 auf der Berlinale für seine bahnbrechende Liebesgeschichte „Gegen die Wand“ den Goldenen Bären.

Land: Deutschland 2003 | 121 min
Regie: Fatih Akin
Altersempfehlung: 14 Jahre (FSK 12)
Klassenempfehlung: ab 9. Klasse
Themen: Liebe, Migrationsgesellschaft, Gender/Geschlechterrollen
Fach: Deutsch, Politik, Kunst, Sozialkunde